Zahnersatz-Materialien

Wer die Wahl hat hat die Qual. Beim Zahnersatz gibt es unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Einige sind mit Vorurteilen behaftet, andere gelten als teuer. Die Schwägerin ist mit dem bei ihr verwendeten Material nicht glücklich und neulich kam diese Reportage im Fernsehen. Mittlerweile gibt es eine riesige Anzahl an Kunststoffen, Metalllegierungen und Keramiken. Einige kommen häufig zum Einsatz und sind gut erforscht, andere sind eher neu auf dem Markt. Sprechen Sie mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt ihres Vertrauens! Sie werden sehen, dass es eine ganze Fülle an Möglichkeiten gibt. Im Gespräch wird sich dann schnell herausstellen, welches Material in Ihrem Fall am Besten zum Einsatz kommen sollte. Dabei sollten Sie drei Kriterien prüfen und abwägen: Verträglichkeit, Eignung in Ihrem speziellen Fall und natürlich die Kosten.

Meist kommen heutzutage die folgenden Materialen zum Einsatz: Keramik, Titan, Kunststoff, Gold, Zirkon, Nichtedelmetalllegierungen und Amalgam.

Keramik

Keramik lässt sich insbesondere von der Farbgebung her kaum vom echten Zahn unterscheiden. Stehen ästhetische Anforderungen im Vordergrund, fällt die Wahl meist auf moderne Dentalkeramiken, die zudem extrem kaustabil sind. Keramik kann sowohl bei Implantaten, Brücken, Veneers oder Inlays zum Einsatz kommen.Durch die aufwändige Form der Herstellung sind sie jedoch auch die teuerste Form der Versorgung, die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur bei Verblendungen im sichtbaren Bereich.

Titan

Titan kommt meist bei Implantaten zum Einsatz und hat sich hier insbesondere durch seine gute Verträglichkeit bewährt. Der menschliche Körper kann reines Titan nicht als Fremdkörper identifizieren und integriert es nach und nach wie Eigengewebe. Auch bei Brücken, Kronen und Prothesen wird Titan gerne eingesetzt.

Kunststoff

Kunststoffe erfüllen in Punkto Farblichkeit und Lichtdurchlässigkeit nicht die selben hohen Ansprüche wie Keramik. Kunststoffe sind dafür preislich alternativer und zudem sehr stabil. Sie werden daher gerne bei Füllungen verwendet, Verblendungen von Kronen oder bei Totalprothesen.

Gold

Gold wird nicht in reiner Form eingesetzt – es wäre zu weich und verformbar. Als Legierung mit Silber, Platin oder Zink ist Gold jedoch sehr widerstandsfähig und belastbar. Zudem ist Gold gut verträglich und wird daher bei Kronen, Brücken, Gold-Inlays und Stiftaufbauten verwendet. Ist eine farbliche Anpassung gewünscht, wird eine nachträgliche Verblendung eingesetzt. Die Kosten sind durch den Goldpreis eher hoch.

Zirkon

Zirkon (eigentlich: Zirkoniumdioxid) ist metallfrei und gut verträglich und wird als Material in der Zahnmedizin in den letzten Jahren immer beliebter. Es ist für den Körper gut verträglich, äußerst stabil und kann z.B. gut bei hauchdünnen Veneers eingesetzt werden. Aber auch Brücken, Kronen und sogar Implantate aus Zirkon sind möglich.

Nichtedelmetalllegierungen

Nichtedelmetalllegierungen (NEM) kommen ebenfalls bei Kronen und Brücken aber auch bei Teleskopen und Modellgussprothesen zum Einsatz. Sie sind leicht, gut zu verarbeiten und daher kostengünstig. Es gibt hier sehr unterschiedliche Varianten mit unterschiedlicher Verträglichkeit.

Amalgam

Amalgam hat keinen guten Ruf. Das liegt daran, dass es zu 50 Prozent aus Quecksilber besteht, dessen Verträglichkeit für den Menschen strittig ist. Man sollte jedoch betonen, dass es bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis einer Vergiftunsggefahr gibt und die Krankenkassen das Material daher nach wie vor als unbedenklich einstufen. Auch wegen der schwarz-silbernen Farbe geht der Trend jedoch in den letzten Jahren weg vom Amalgam. Als Zahnersatz kommt es gar nicht zur Verwendung, aufgrund seiner hohen Stabilität und Widerstandsfähigkeit wird es jedoch insbesondere bei großflächigen Füllungen verwendet.