Pflege

Viele Patienten wiegen sich nach der Setzung eines Implantats und der Entfernung von Bakterien in falscher Sicherheit: “Ich habe ja jetzt Implantate, da muss ich nicht mehr so viel putzen.“ Dies ist jedoch ein Trugschluss – das Gegenteil ist der Fall.

Zwar ist ein fachgerecht angebrachtes Implantat widerstandsfähiger als die natürliche Zahnwurzel. Und es ist auch richtig, dass ein Implantat kein Karies bekommen kann. Doch ist ein Implantat nicht über den sogenannten Zahnhalteapparat (Parodont) an Fasern im Knochen befestigt. Dieser Faserapparat, der den natürlichen Zahn hält, ist mit Blut versorgt und bietet dadurch einen natürlichen Schutz gegen Parodontitisbakterien. Das Implantat hingegen verwächst über die sogenannte Osseointegration direkt mit dem Knochen. Um das Implantat ist Narbengewebe platziert, das zwar aussieht wie Zahnfleisch, aber nicht über dessen Abwehrkräfte verfügt. Dadurch kann auch um eine Art Parodontitis, die sogenannte Peri-implantitis, entstehen.
Damit Patienten über Jahrzehnte an ihrem Implantat Freude haben, müssen Sie daher durch einige einfache Schritte selbst zum dauerhaften Erfolg der Behandlung beitragen:

Im Anschluss an die Behandlung

Das Implantat sollte in aller Regel nicht sofort und direkt belastet werden. Nehmen Sie zunächst weiche Nahrung zu sich, kauen Sie nicht direkt mit dem Implantat! Putzen Sie in den ersten Tagen nach der Operation nicht mit der Bürste, benutzen Sie Wattestäbchen, die Sie zuvor in Chlorhexidin-Lösung getaucht haben! Befolgen Sie ansonsten die Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin zur Mundhygiene und lassen Sie sich schriftliche Empfehlungen geben!

Zähneputzen

Etwa zwei Wochen nach der Behandlung können Sie wieder eine Zahnbürste einsetzen. Am Besten wählen Sie eine elektrische oder Ultraschallzahnbürste mit einem kleinen Kopf und putzen zweimal täglich. Gründlichkeit geht vor Ausdauer, vermeiden Sie zu starken Druck! Reinigen Sie die Zahnbürste nach jedem Putzvorgang und kaufen Sie einen neuen Kopf, wenn die Borsten sich biegen! Benutzen Sie fluoridhaltige Zahnpasta!

Zahnseide & Co.

Die Zahnbürste genügt alleine nicht für die vollständige Mundhygiene, da sie nur 60 Prozent der Zahnoberflächen erreicht. Die restlichen 40 Prozent sind nur mit Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide abzudecken (wobei bei Parodontitispatienten Zahnseide nicht mehr indiziert ist.) Mundspülung und Kaugummi können eine sinnvolle Ergänzung darstellen, aber sicher keinen Ersatz.

Professionelle Zahnreinigung

Die professionelle Zahnreinigung hat in den vergangenen Jahren entscheidend mit dazu beigetragen, die Mundgesundheit in der Breite zu verbessern. Dabei werden Plaque und Zahnstein entfernt, denen mit der Bürste so nicht beizukommen ist. Insbesondere wenn Sie zu Karies oder Parodontitis neigen, sollten Sie diese Möglichkeit dringend annehmen! Aber auch in allen anderen Fällen ist die PZR zwei- bis viermal im Jahr empfehlenswert.